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Consultation relative à la modification de l'ordonnance sur la transplantation

Prise de position de l ASDVO

(versione allemande)


Änderung der Transplantationsverordnung: Vernehmlassung des Schweizerischen Organ Lebendspender Vereins (SOLV-LN)

  1. SOLV-LN vertritt die Interessen der Organ Lebendspenderinnen und Lebend- spender. Die Vernehmlassung beschränkt sich daher auf jene Änderungen, wel- che die Lebendspende betreffen.

  2. Der neue Art. 10a regelt neu auf Verordnungsstufe die Aufgaben, die bisher von SOL-DHR (Swiss Organ Living-Donor Health Registry / Schweizer Lebendspen- der-Gesundheitsregister) wahrgenommen wurden. Insbesondere hält sie auch die Zusammenarbeit mit den ausländischen und internationalen Nachsorgestellen fest. Die Änderungen der Transplantationsverordnung sind grundsätzlich sehr begrüssenswert.

  3. Neu wird in Art. 12a eine Pauschale für die Nachverfolgung des Gesundheitszu- standes von Lebendspendern und Lebendspenderinnen eingeführt. Die Einzel- heiten sind in Anhang 1b geregelt. Damit wird sichergestellt, dass die Nachsorge auch dann finanziert ist, wenn der Organempfänger bzw. die Organempfängerin nicht mehr lebt und dessen bzw. deren Versicherung sich nicht mehr verpflichtet fühlt, die gemäss Art. 14 Abs. lit. b Transplantationsgesetz geschuldete Leistung zu erbringen.

  4. In den Art. 12b – Art. 12e wird die Finanzierung der Nachsorge und der damit betrauten Stellen abgesichert, was ebenfalls zu begrüssen ist.

  5. Art. 15 regelt die Einzelheiten der Meldepflicht und dient damit der Vereinheitli- chung und Übersichtlichkeit.

  6. Gemäss Art. 15a Abs. 1 dürfen die Daten nur dann an die Lebendspende- Nachsorgestelle gemeldet werden, wenn die Spenderin bzw. der Spender damit einverstanden ist. Die Meldung der Daten von Organspenderinnen und – Spendern an die Nachsorgestelle ist Voraussetzung für die lückenlose, wirksame Nachsorge und damit von zentraler Bedeutung für die Gesundheit der Spenderin

  7. Aus der Sicht der Lebendspenderinnen und Lebendspender sind eine Reihe weiterer Probleme nicht befriedigend gelöst:
    Krankenkassen können Lebendspenderinnen und Lebendspendern den Ab- schluss einer Zusatzversicherung verweigern.

    Beim Eintritt in eine Pensionskasse (ausserhalb des Obligatoriums) kann eine Lebendspende zu einem Vorbehalt führen. Im Arbeitsvertragsrecht wäre ein Kündigungsschutz von einem Jahr ab Organ- spende wünschenswert.


Dr. iur. h.c. Verena Bräm-Burckhardt, ehemalige Präsidentin des SOLV-LN Zürich, 3. Oktober 2011