Quelle: 4. Auflage der Schweizer Lebendspenderbroschüre (2015).

Kapitel 4. Das Leben nach der Nierenspende

Da die Lebendnierenspende ein elektiver (ausgewählter) chirurgischer Eingriff bei einer gesunden Person ist, sollten danach keine wesentlichen Veränderungen in seinem Leben auftreten.

Bis auf die kurzfristig eingesetzten Schmerzmittel während der ersten Tage und Wochen nach dem Eingriff benötigen Lebendnierenspender in der Regel nach der Spende längerfristig keine Medikamente.

Das soziale Leben des Spenders sollte durch die Spende nicht beeinträchtigt werden. Die Wiederaufnahme der Arbeit sollte ein bis zwei Monate nach dem Eingriff möglich sein, hängt aber von der Art der Arbeit ab (sitzende Bürotätigkeit oder stehende Tätigkeit). Bei Spendern mit körperlich anstrengender Tätigkeit dauert es im Durchschnitt drei bis vier Monate, bis sie wieder voll arbeitsfähig sind. In der Regel wird das Heben von schweren Lasten in den ersten sechs Wochen nach dem Eingriff nicht empfohlen. Sportliche Tätigkeiten können meist drei Monate nach dem Eingriff wieder durchgeführt werden. Autofahren ist möglich, sobald das Angurten keine Schmerzen verursacht.

Nach einer Nierenspende muss keine spezielle Diät eingehalten werden. Es wurde beobachtet, dass Nierenspender nach Spende zugenommen haben oder übergewichtig wurden. Die Ursache hierför ist unklar. Da das Auftreten von Eiweiss im Urin und eine eingeschränkte Nierenfunktion mit Rauchen, Übergewicht, erhöhtem Blutdruck und erhöhtem Blutzucker assoziiert sind, sollten diese Risikofaktoren nach der Spende vermieden oder beim Auftreten entsprechend be- handelt werden. Es ist daher für den Spender wichtig, einen gesunden Lebensstil zu führen, sich regelmässig körperlich zu betätigen, auf Nikotinkonsum zu verzichten und die regelmässigen medizini- schen Kontrollen einzuhalten.

Eine Nephrektomie hat keinen schädigenden Einfluss auf eine zukünftige Schwangerschaft. Jedoch wird empfohlen, eine Schwangerschaft frühestens ein Jahr nach Spende zu planen. Insbesondere sollte vor der Konzeption eine sorgfältige Kontrolle der Nierenfunktion, des Blutdrucks und des Urins auf Eiweiss (Proteinurie) erfolgen. Zudem ist es wichtig, dass nach der Geburt die Nierenfunktion der Mutter kontrolliert wird.

Medikamente

In der Regel dürfen die Spender nach Spende jegliche Medikamente einnehmen. Es wird jedoch empfohlen, eine lang andauernde Therapie mit gewissen Schmerzmitteln wie Ponstan®, Voltaren® und Brufen® zu vermeiden, um die verbliebene Niere zu schonen. Schmerzmittel wie Paracetamol (Dafalgan®, Panadol®, Dolprone®) sind in der Regel für die Niere harmlos.