Lebendspenderregister

Das Schweizerische Organ-Lebendspender-Gesundheits-Register SOL-DHR (Swiss Organ Living-Donor Health Registry) wurde im April 1993 von Prof. Gilbert T. Thiel gegründet, der diese Arbeit bis zu seiner Übergabe an seinen Nachfolger Prof. Jürg Steiger im Januar 2011 ehrenamtlich durchgeführt hat.

Alle Nieren-Lebendspendenden der 6 Transplantationszentren der Schweiz  wurden seit  April 1993 ins Lebendspenderregister aufgenommen. Im Januar 2008 wurden auch die Leber-Lebendspendenden ins Spenderregister integriert.

Seit Mai 2009 ist SOL-DHR in die Stiftung SNO (Schweizerische Stiftung zur Nachbetreuung von Organ-Lebendspendenden) integriert. Sie bezweckt, die im Transplantationsgesetz vorgesehene Nachbetreuung von Organ-Lebendspendenden schweizweit zu fördern und sicherzustellen.

Das Lebendspender-Gesundheitsregister hat nachfolgende Ziele:

- Erfassung des Gesundheitszustandes aller Nieren- und Leber-Lebendspenddenden aus den 6 Transplantationszentren der Schweiz
vor Spende durch das Transplantationszentrum. Nach der Spende schickt SOL-DHR in regelmässigen Abständen Aufgebote zur Lebendspendeachkontrolle.

- Beschreibung und Erfassung der Früh- und Spätkomplikationen der Spendenden
Sie bildet die Grundlage für die objektive Information von zukünftigen Spendekandidaten/Innen und für Ärzte über die zu erwartenden Risiken nach Lebendspende.

- Veranlassung periodischer Laboruntersuchungen in Blut- und Urin
diese werden zentral durchgeführt, damit die Blut- und Urinwerte vor und nach Spende vergleichbar sind.

- Intervention
Benachrichtigung von Spendenden und Hausärzten, wenn die Ergebnisse eine gesundheitliche Gefahr oder eine beginnende Schädigung zeigen. Der SOL-DHR Leiter macht Therapievorschläge.

- Neutrale Anlaufstelle
Im Laufe der Jahre hat sich SOL-DHR auch zu einer neutralen Anlaufstelle für Spenderinnen und Spender entwickelt, die besondere Anliegen oder Probleme haben oder Hilfe benötigen. Der SOL-DHR Leiter wirkt auch als Ombudsmann.

- Datenerfassung und -evaluation
SOL-DHR erfasst und betreut seit April 1993 bis Dezember 2010 eine Gesamtanzahl von 1366 Nierenlebendspenderinnen und –spender und 15 Leber-Lebendspenderinnen und –spender.

Die Gesamtdaten von SOL-DHR werden regelmässig  ausgewertet und deren Ergebnisse in anonymer Form veröffentlicht. Es werden z.B. Fragen beantwortet wie: Wie lange brauchen Spendende nach der Spende durchschnittlich, bis sie sich wieder fit fühlen, empfinden Spendende Nachteile durch die Spende, gibt es Verbesserungswünsche bei den Spendenden, bedauern Spendende die Spende und wenn ja, warum. Wie bewähren sich Operationstechniken im Vergleich?

Die seit 1993 freiwillig übernommene Aufgabe der periodischen Spendernachbetreuung von SOL-DHR ist seit 1. Juli 2007 vom Schweizer Transplantationsgesetz zur gesetzlichen Pflichtleistung für die Transplantationszentren erklärt worden. Die 6 Schweizer Transplantationszentren haben diese Pflicht wie bisher- an das Schweizer Lebendspender-Gesundheitsregister SOL-DHR delegiert. Die Zentralisierung dieser Aufgabe wird von den Spendenden und dem Vorstand von SOLV-LN begrüsst.